Frühsommer Keltische Zeit bis Beltane und dem 1.Mai

 

Frühsommer Keltische Zeit bis Beltane und dem 1.Mai

 

In dieser Zeit bis zum ersten Mai beginnt die Sonne bereits kurz vor 6:00 Uhr ihre Tagesreise und endet knapp vor 21:00 Uhr in unseren Gegenden. Also haben wir fast 15 Stunden Tageslicht, ohne die Dämmerungszeit mit einzurechnen. Was die Zellen wieder wach rufen lässt. Wir können unseren Winterblues verlassen.

beltane 1 grossManchmal bäumt sich noch ein letztes Mal der Schnee auf und zeigt was er kann, aber schnell verliert er das Spiel gegen die Kraft der Sonne und der heransprießenden Natur. Diese beginnende lichtvolle und helle Zeit, ist auch in der Natur mit herrlichen Tönen zu beobachten. Die Blumen brechen durch das kalte Nass und strecken ihre ganze Lebensfreude dem Licht entgegen. Die Bäume beenden den Winterschlaf und es spitzen die ersten farbigen Blüten aus den winterlich kargen Ästen hervor. Die Sonne gewinnt immer mehr an Kraft und einer angenehmen Wärme, während wir den Duft von Maiglöckchen genießen können. Die Vögel begleiten unseren ersten Augenschlag am Morgen und die ersten fliegenden Rivalen beginnen sich ihren Platz für dieses Jahr in ihrem Dasein zu sichern. Begleitet durch das Ausbreiten der Flügel, Darbietung der Weite und Größe in Verbindung mit lauten Zwitschern, dem Kampfesschrei der Vögel.

Alle Sinne werden wieder angesprochen. Wir sehen die Farbenpracht die am Entstehen ist. Wir riechen die Natur und können die ersten Kräuter frisch auf der Zunge wahrnehmen. Die Ohren dürfen den Klang der natürlichen Umgebung ganz und gar in unser System hereinbitten. Die Haut wird sanft gestreichelt von der ersten lauen Sonnenluft.

Die gesamte Natur bietet sich an, sie lockt uns. Sie ruft eine Sehnsucht nach Vereinigung und Fruchtbarkeit in uns wach.

Diese Zeit bis zum ersten Mai, das ist die Zeit in der unsere Vorfahren noch gewusst haben, was sie feiern und ehren wollen. Übrig geblieben ist mancherorts der Maitanz. Aber wofür dieser steht, ist oft unbekannt.

Der Maibaum wir traditionell mit der männlichen Kraft langsam Stück für Stück, mit lauten Rufen, vergleichbar dem Kampfgeschrei der Vögel, aufgebaut. Es ist ein Akt der puren Manneskraft gepaart mit der Gruppendynamik unter einem Anführer. Wie der Kampf des Überlebens der Sippe unsere männlichen Ahnen. Steht der Baum dann sicher, kommt die weibliche spielerische Weise und bringt mit den bunten Bändern die Verlockung. Sie beginnt den Kargen und schlichten Stamm des Winters neu zu versorgen, wie die mütterliche Frau der Ahnen ihres Volkes. Dieses verflechten der verschiedenen Bänder stellt die Natur da, die sich neu gestaltet in all Ihrer Schönheit und der Stamm des Maibaums der sich in der Höhe der Sonne entgegen reckt. Es wird in einem exakten Ritual die Vielfalt der Welt in Farbe und Freude, mit der weiblichen Sinnlichkeit, mit einander verwoben. Und dabei lockt die Frau mit schwingenden Röcken die Lebenslust des Mannes. Der abwartend den Tanz der sich drehenden Röcke beobachtet und das wachsende Symbol der Fruchtbarkeit mit dem Maibaum entstehen sieht. Erst wenn der „Bänder-Tanz“ beendet ist, beginnt die Vereinigung des Tanzes mit Frau und Mann. Unser Ältesten wussten noch um die Wichtigkeit dieser Ritualen Zeit.

Und auch das feinstoffliche Leben beginnt wieder zu tanzen. Im Wald und auf Wiesen können wir die Feen und Pflanzendevas spüren und manchenorts beobachten. Alles erwacht und erblüht.

Jetzt beginnt die Zeit, in der wir alle Sinne aktivieren sollten. Gehe hinaus in die Natur und mache einen Spaziergang. Oder lade Freunde ein zu einer Fahrradtour. Genieße den ersten Kaffee auf der Terrasse. Beginne die Wohnung mit frischen Blumen zu schmücken. In dieser Zeit sehnen sich Menschen oft nach Nähe und Zärtlichkeit. Manche sind genau in dieser Zeit bereit ihr Herz ein Stück weiter und tiefer zu öffnen. Es ist auch eine Zeit für die Trance-und Phantasiereisen um mit deinem Krafttier in Kontakt zu treten.

Und andere wiederrum geben sich der kreativen Ader ganz und gar hin. Was auch immer es ist, gib dich dem hin, was deiner wahren Natur entspricht. Egal ob es die Kräuterschnecke im Garten oder die Fackeln auf der Terrasse sind. Oder Du baust einen Steinkreis in einem angrenzenden Wald. Beginne dir einen heiligen Raum oder Rahmen zu schaffen. Die Natur schenkt dir gerade alle Mittel dazu.

Für Rituale, die Du Dir gestalten willst sind die Farbe Rot und Grün in dieser Zeit besonders geeignet. Rot für den weiblichen Blutfluss und Grün für die Fruchtbarkeit der Natur. Alles was in dieser Zeit sich vermehren soll, wird besonders in Ritualen hervorgehoben.

Und speziell unsere weiblichen Vorfahren haben diese Zeit genutzt. Sie trafen sich mit Freundinnen und spielten Musik und tanzten die Tänze der Frauen, der Weiblichkeit und Leidenschaft. Die Gespräche drehten sich in dieser Zeit hauptsächlich um die Liebe, Lust und sexuellen Erfahrungen. Diese Gespräche unter den Frauen halfen sich selbst sehr sinnlich und lebendig zu fühlen. Auch wurden die Mädchen, die die Phase der Kindheit abgeschlossen hatten, in dieser Zeit in die Welt der Frauen eingeführt. Viele tanzende Rituale, die in Verbindung mit Trommeln und Stampfen gefeiert wurden, förderten die Bewegung des Beckens und der Hüften. Gerne wurde mit der Kraft des Exù-Tanzes gearbeitet, der die weiblichen Triebe hervorruft. Dazu wurde mit der Kraft des Feuers gearbeitet. Das Feuer verbrennt das „Alte“ und gibt es in den Elementen Erde und Luft zurück für die Transformation. Am Ende wurde alles mit der Kraft des Wassers gelöscht.